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Frohes neues Jahr

Veröffentlicht am 31.12.2016

Mein 2016: alle meckern und sind froh wenn das Jahr vorbei ist und wünschen sich nie wieder SO ein Jahr.
Wenn du ein gutes Jahr haben möchtest, sorg dafür das es gut wird!!!
In 2016 habe ich beruflich mehr erreicht als je zuvor, ich habe meinen Traummann heiraten dürfen und es war die tollste Hochzeit die ich je gesehen habe. Danke nochmal dafür an alle die mitgewirkt haben. Ich habe meinen Motorradführerschein gemacht und wir sind in eine tolle Wohnung gezogen. Meine Familie ist gesund und mein Sohn hat einen Job bekommen.
Ich nehme die Tage wie sie kommen und es gibt gute und schlechte Tage. Nur leider bleiben die schlechten immer länger in Gedächtnis als die guten und deswegen wünsche ich euch für 2017, mehr gute als schlechte Tage, das ihr eure Ziele erreicht und glücklich werdet. Lasst den Kopf nicht hängen. Es ist das Leben und dieses ist hart aber auch schön!

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Nett kann ich, bringt aber nix!!!

Veröffentlicht am 07.11.2016

Nett kann ich, bringt nur meistens nix

Heute war ich einkaufen. Ich schiebe meinen Einkaufswagen in Richtung Kasse und habe das ein und andere Teil im Wagen.
Von links kommt eine ältere Frau mit drei Teilen in der Hand auf mich zu.
Ich bleibe stehen, schau sie an und sage: bitte, gehen sie ruhig vor.
Sie schaut mich an und meckert los: nur weil ich etwas in der Hand habe heißt es nicht das ich zur Kasse will!!!
Ich bin völlig überrumpelt. Damit hatte ich nicht gerechnet.

Ich antworte: Dann halt nicht.

Gehen zur Kasse und lege meinen Einkauf aufs Band.
Die Frau stellt sich hinter mir an.
Ich stehe dort, warte das ich an der Reihe bin und frage mich ob wirklich ICH so unsozial bin (wie mir nachgesagt wird) oder ob es doch meine Reaktion auf das Verhalten andere Menschen sein könnten.

Fazit für heute: Nett kann ich, bringt aber nix!

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Gedanken & Ängste

Veröffentlicht am 31.10.2016

Ich fahre zur Arbeit und am Horizont geht grade die Sonne auf. Mein Gott sieht das schön aus. Da fällt mir wieder ein was ich gestern auf einem Doku Sender gesehen habe: Die Sonne wird irgendwann explodieren. Irgendwann zwischen jetzt und irgendwann halt. Oder ein Asteroid, Meteorit oder Gottes Hand wird uns vernichten.
Zurzeit läuft dieses Thema „Vernichtung der Welt“ auf allen Sendern habe ich das Gefühl. Und ich frage mich warum?
Möchten die Medin unsere Ängste noch größer werden lassen.
Reicht es nicht, dass wir Angst haben müssen uns an öffentlichen Plätzen zu bewegen, nicht mehr ohne Bauchschmerzen in andere Länder reisen können oder das Berichte über Anschläge, Selbstmord Attentäter oder Amokläufer unsere Nachrichten füllt? Macht uns das nicht genug Angst?

Ich bin ein Mensch der jeden Tag Angst hat. Es ist definitiv nicht normal und das weiß ich auch. Ich bin mir bewusst, dass ein bisschen Sorge um die liebsten normal ist, aber das was ich täglich durch mache, fällt  nicht in den normalen Rahmen.
Ich bin Therapeutisch umsorgt und wir vermuten auch noch einen Mineralstoffmangel der das ganze verschlimmert. Ich versuche es wieder auf ein normales maß Angst zu reduzieren. Aber wie soll das funktionieren?
Mir reicht die Sorge um meine lieben völlig aus. Da muss ich nicht noch auf Dokumentarsendern damit bombardiert werden das jeden Moment alles vorbei sein kann. Das ist mir völlig klar. Das Szenario spielt sich mindestens einmal am Tag in meinem Kopf ab.
Andere Medien: Facebook, Twitter & Co. sind genauso Betroffen wie unser TV Programm.

Also stellt sich mir immer mehr die Frage: warum ist es nicht möglich, etwas Schönes zu Dokumentieren oder über schönes zu Berichten? Mal ab und zu etwas Hoffnung verbreiten. Den Menschen etwas anderes zeigen als das unser Dasein genau jetzt in dieser Sekunde ein Ende findet könnte.
Warum müssen unsere Ängste noch Futter bekommen? Ist es besser in Angst zu leben? Sind Menschen dann leistungsfähiger, genauer, vorsichtiger, besser lenkbar?
Es ist erschreckend in welche Richtung sich unsere Gesellschaft bewegt. Meine Ängste werden irgendwann die normalen sein. Und das macht mir sehr große Angst.

Und wieder einmal sitze ich mit einem unguten Gefühl am Schreibtisch und Hoffe, dass alle meine lieben den Tag heil und unversehrt überstehen. 

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Veränderungen & Konsequenzen

Veröffentlicht am 30.10.2016

Da stehe ich nun, wieder mal, vor einer Entscheidung die mein Leben verändern wird.

In den letzten Jahren musste ich so viele Entscheidungen treffen die alles verändert haben und werden, dass ich gar nicht hinterher komme mich anzupassen.

Mein Leben in den letzten 6 Jahren ist wie die Entwicklung von Kindern. Am Anfang bist du hautnah dabei. Du freust dich wenn sie das erste Mal bewusst lächeln. Ihre ersten Schritte sind ein Meilenstein in ihrer Entwicklung. Und du bist dabei. Ganz nah. Ganz bewusst. Aber mit der Zeit entwickeln sie sich und du bekommst es eigentlich als letzte mit. Auf einmal interessieren sie sich für das andere Geschlecht. Sie wollen nicht mehr zur Schule gebracht werden. Sie sitzen lieber in ihrem Zimmer und spielen Videospiele als mit dir Gesellschaftsspiele zu spielen.
Und du fragst dich. Wann ist das passiert ?!

Ok, wann das passiert ist weiß ich. Aber das die Entscheidung mein ganzes Leben so verändert wird, hatte ich nicht erwartet. Bis zu dieser Entscheidung führte ich ein relativ unspektakuläres Leben.

Geboren 1978. Kind einer Bergmanns Familie. Mutter Reinigungskraft in einem Kindergarten. Eine jüngere Schwester. Aufgewachsen in einer typischen Bergbausiedlung. Haus an Haus. Alle Männer waren Bergmänner. Jede Familie in der Siedlung hatte 2 – 3 Kinder. Alle in unserem Alter. Alle Kinder besuchten den gleichen Kindergarten oder die gleiche Grundschule. Also eine typische Bergmannsfamilie der 80er Jahre.

Ich war aber nicht das typische Kind. Der Unterschied zu anderen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen war, dass ich schon immer etwas dicker war, kein Selbstbewusstsein hatte und gestörtes Essverhalten an den Tag legte.
Dazu war ich noch mit einer Lese - Rechtschreibschwäche gesegnet, trug nicht immer die neusten Klamotten und hatte einem ausgefallenen Musikgeschmack. Somit war ich das „Mobbingopfer“ schlechthin.

Meine Leben war, bis zur Endscheidung die mein Leben veränderte geprägt von Enttäuschungen, Verlusten, Schmerzen, Ängsten, Verzicht, Selbstbestrafung und Depressionen.
Ich eignete mir ein Essverhalten an, welches mir bis heute mein Leben schwermacht. Ich habe Ängste die mich an manchen Tagen sehr einschränken. Jeden Tag kämpfe ich mit Altlasten beim Versuch ein „normales“ Leben zu führen.

Als ich 2009 den Entschluss fasste mich operieren zu lassen und dadurch abzunehmen, ahnte ich nicht das es nicht nur eine Abnahme wird sondern eine Verwandlung.

Als Kind fiel ich auf, weil ich der bunte Vogel unter alle anderen war. Irgendwann fiel ich auf, weil ich mir auch noch ein lockeres Mundwerk und vorgetäuschtes Selbstbewusstsein zulegte. Lieber angreifen als angegriffen werden war mein Motto.
Die andere Seite war mein Bedürfnis gemocht zu werden. Für meine „Freunde“ tat ich alles. Hauptsache ich wurde gemocht. Von Männern bekam ich mehr als einmal gesagt das ich froh sein soll das sie sich für eine wie mich interessieren. OK, also lernt man „Dankbar“ zu sein und liess sich sehr viel gefallen. Mehr als man eigentlich aushalten wollte und oft konnte. So dümpelte ich wie betäubt durch mein Leben und versuchte so unauffällig wie möglich zu sein. Auch wenn das allein durch mein Erscheinungsbild fast unmöglich war. Entweder ich war die Dickste oder die Jüngste unter allen Anwesenden. Und wenn das nicht gereicht hat viel ich durch mein loses Mundwerk garantiert auf.

Dann kam Tag X. Ich entschloss mich nicht mehr so auszusehen. Eigentlich war meine Vorstellung: Gewicht runter, besser bewegen. Das sich dadurch alles verändert war mir zu diesem Zeitpunkt nicht klar. Und glaubt mir, es hat sich alles verändert.

Meine Sichtweise und somit auch meine Einstellung veränderten sich. Ganz gravierende Auswirkungen hatte es vor allem auf Freunden, Familie, Erziehung meiner Kinder, mein Leben und vor allem meiner Sichtweise auf mich selbst.

Nachdem ich die OP und die Zeit im Krankenhaus überstanden hatte kam nach und nach der Sinneswandel. Ich sah nicht mehr ein, zu Menschen nett zu sein die es in 6 Monaten Krankenhausaufenthalt nicht geschafft haben mich zu besuchen.

Feedback auf mein Verhalten, „Fresse“ ich nicht mehr in mich hinein, sondern gebe es direkt an denjenigen zurück (bringt mir nicht nur positive Resonanz).
Meine Kinder erziehe ich direkt, bestimmt, aber 100% ehrlich. Kommt bei Außenstehenden nicht so gut an, stört mich aber nicht. Auch noch ein Punkt der sich geändert hat: Es ist mir EGAL was andere über mich denken.

Mein Beruflicher Werdegang ist sehr außergewöhnlich.
1998 Abgeschlossene Ausbildung zur Fleischerreichfachverkäuferin.
Danach ein paar Jahre im Verkauf (LIDL, Penny).
Minijobs (Putze, Ware einräumen, etc.) um über die Runden zu kommen.
Ich bekam eine Stelle als Servicekraft für Tchibo. Diesen Job übte ich bis zum OP Termin aus. Leider ist seit OP keine Arbeit mehr möglich in der ich schwer heben oder mich mit dem Bauch auf eine Theke lehnen muss. Somit waren alle Job die ich bis dato ausgeübt habe nicht mehr möglich für mich.
Nach einiger Überlegung und Neusortierung meiner Interessen entschloss ich mich das Studium zur Ernährungsberatung zu absolvieren. Aber was daraus wurde und wie ich zu meinem jetzigen Job gekommen bin ist ein anderes Thema.

Meine Sicht auf die Männerwelt hat sich auch total gewandelt seit OP. Dadurch das ich mir mehr Wert bin wurden meine Ansprüche an die „Penisträger“ auch nochmal überdacht.
Was sich daraus ergeben hat sieht man an meinem Ehemann. Meine Familie und ein paar Freunde dich mich noch „dick“ kennen, wissen wie meine Männerwahl vorher ausgesehen hat und wie sie jetzt ist. Mehr möchte ich an dieser Stelle auch nicht dazu sagen.

Um zurück zum Thema zu kommen und zum Ende: Ich bin ein neuer Mensch. Ich habe mich nicht nur mehr als halbiert, sondern meine Werte und Sichtweisen grundlegend geändert.
Diese Prozedur ging nicht ohne Tränen, Verlusten und schmerzlichen Erkenntnissen einher. ABER, es hat sich gelohnt.
Auch wenn ich des Öfteren noch vor dem Spiegel stehe, mich nicht erkenne und mich Frage wie ich mich so verändern konnte ohne es bewusst mitzubekommen, bereue ich trotzdem NICHTS !!!  
Endlich habe ich das Gefühl das ich ich bin. Ich bin angekommen und freue mich auf das was noch vor mir liegt.
Ach, und die Entscheidung die ich am Anfang vom Text erwähnt habe, die wieder mein Leben verändern wird, war: Möchte ich diesen Mann heiraten ??? Möchte ich bis ans Ende meiner Zeit ihn lieben und an seiner Seite sein ???

Wie ihr wisst habe ich JA gesagt. Und bis jetzt habe ich es keine Sekunde bereut.  

Das Fazit welches ich aus allem ziehe ist: Trau dich Entscheidungen zu treffen. Manchmal setzten „kleine“ Entscheidungen eine Lawine in Bewegung die am Ende alles gut/besser werden lässt. Man muss sich nur trauen. In diesem Sinn.

 Einen schönen Tag wünsche ich euch.

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Mein Leben seit OP...

Veröffentlicht am 23.10.2016

Hallo meine Lieben

Ich entschuldige mich dafür das ich so lange nichts gepostet habe. Es war etwas stressig in den letzten Tagen und gesundheitlich ging es mir nicht so gut. Ich hatte mit einem dreitägigen Migräneanfall zu kämpfen und versuche grade herauszufinden welche Vitamine und Mineralstoffe mich wieder auf die Beine bringen.

Leider wurde in den letzten Wochen immer deutlicher das ich, als Magenbypassoperierte, es nicht ohne Zufuhr von Vitaminen & Mineralstoffen schaffe. Ich hatte immer die Hoffnung das durch meine ausgewogene Ernährung es weitestgehend ohne funktioniert. Das war ein großer Irrtum und diesen versuche ich grade auszubügeln.

Um euch einen genaueren Einblick in mein Leben zu geben und warum alles so ist wie es ist, habe ich meinen Facebook-Beitrag vom 09.08.2012 rausgesucht. Ich hoffe ihr versteht danach warum ich meine Arbeit so sehr liebe und ich genau weiß wie ihr euch fühlt auf dem Weg in ein leichteres Leben.

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(09.08.2012)
Gestern war OP-Jahrestag meines Magenbypasses und zu diesem Anlass hatte ich mir überlegt eigentlich einen vollständigen Bericht über das letzte Jahr zu schreiben. ABER, nein ich werde das nicht tun. Ich werde mich kurz und knapp halten. Das wird schon lang genug. Also LOS GEHT ES !!!

Schon als Kind hatte ich Probleme mit meinem Gewicht und das wurde mit den Jahren immer mehr zum Problem. Ständige Diäten haben dazu geführt das ich Ende 2009 mein Höchstgewicht von 160 Kilo erreicht hatte. Ich bin nur 165 Groß und hatte somit einen BMI von 58,77. An diesem Punkt wurde mir klar, dass es so nicht bleiben kann.

Im Januar 2010 bin ich über meine Frauenärztin zu Dr. Bohle gekommen. Ziemlich schnell hatte ich dann einen Termin beim Team von Dr. Röhrborn im St. Marien-Hospital Hamm. 

Mein Erstgespräch hatte ich mit Dr. Gellenbeck und ich war sehr begeistert von ihm. Dr. Gellenbeck kam ins Sprechzimmer, sah mich an und sagte: Das sie dick sind darüber müssen wir nicht diskutieren, jetzt reden wir darüber wie wir das ändern können. Ich war wirklich sehr glücklich über seine Aussage, weil ich das erste Mal das Gefühl hatte er sieht mich nicht als fette Frau die sich nicht kontrollieren kann, sondern er sieht mich als Menschen mit einem Problem.
Also begann ich das ganze Programm zu durchlaufen.

Im März 2011 zog ich mit meinem Freund und meinen Kindern ist Sauerland. Für mich kam aber nie ein anderes Krankenhaus infrage.

Im Juni 2011 stellte ich den Antrag bei der Krankenkasse. 
Anfang Juli 2011 musste ich zum MDK in Meschede. Das war einer der schlimmsten Tage in meinem Leben. Dieser Arzt dort war alles andere als nett und ich fühlte mich wie ein Stück Fleisch. Als ich dort fertig war habe ich erstmal geweint. Ich war am Ende mit meiner kleinen Welt. Ich war fest davon überzeugt das er niemals einer OP zustimmen wird. Ungefähr zwei Wochen später bekam ich einen Anruf von der Krankenkasse mit der mündlichen zusage. Ich war perplex. Damit hatte ich nicht mehr gerechnet.

Dann ging es sehr schnell. Ich bekam einen OP Termin für den 08.08.2011. Ich dachte ein solches Datum würde mir Glück bringen. Am 07.08.2012 zog ich mit 135 Kg ins Krankenhaus ein.

Hätte ich gewusst wie lange ich bleiben werde, hätte ich mehr Klamotten mitgenommen. 
Die OP verlief schon nicht ganz reibungslos. Ich wurde anstatt angesetzter 3 fast 6 Stunden operiert. Irgendwas war mit meinem Magen nicht in Ordnung was durch die Spiegelung nicht zu sehen war.

Bei dieser OP wurde auch gleich die Fettschürze am Bauch entfernt. Sie wog stolze 7 Kilo.

Da es danach eine Reihe von Komplikationen gab habe ich versucht diese zusammen zu fassen.
Ich war vom 07.08.2011 bis zum 01.02.2012 stationär im Krankenhaus. Es gab immer mal wieder die Versuche mich zuhause zu pflegen. Das klappte aber meist nicht, so das ich nach ein paar Tagen wieder ins KKH kam. 
Zusammengefasst hatte ich in dieser Zeit
- 19 Operationen am Bauch 
- Zwei Meter Darm mussten entfernt werden
- zwei Darmverschlüsse
- zwei Darmspiegelungen 
- ca. 12 Magenspiegelungen
- zahllose Vakuumverbandwechsel unter Narkose 
- zahllose Narkosen für eine Neuanlegung des ZVK´s 
- zwei schwere Bauchinfektionen mit Fieber, Abszessen und was so dazu gehört
- 12 Blutkonserven
- Mehrere Wochen habe ich auf Intensivstation gelegen. Durch das lange liegen musste ich Laufen und Treppensteigen neu lernen.

- fast 10 Monate war mir durchgängig Schlecht

- 12 Monate habe ich immer wieder Erbrochen

Als ich am 01.02.2012 entlassen wurde wog ich grade mal noch 68 Kg und konnte ich mich nicht alleine versorgen. Ich benötigte eine Haushaltshilfe und meine Familie und Freunde haben vieles für mich erlediget. Ich bekam Morphium und musste erstmal einen Entzug machen der nicht angenehm war.

Die Bauchnarbe war so groß, dass sie am 16.04.2012 korrigiert werden musste. Es wurden 2 Kg Narbengewebe und Haut entfernt.

Zu allem Überfluss stellt man in solchen Situationen fest wer wirklich zu einem hält und wer nicht. Mein „Partner“ und eine meiner „Freundinnen“ haben sich ende 2011 dazu entschlossen ihr Leben zusammen zu verbringen. Also musste meine Familie mir zum 01.01.2012 eine Wohnung in Hamm suchen und meine Kinder aus dem Sauerland wieder nach Hamm holen.


Meine Stelle konnte mir auch nicht solange freigehalten werden so dass ich komplett bei null noch mal anfangen musste.
Das erste Mal selber Auto gefahren bin ich im April 2012 wieder.
Die Narbe vom 16.04. verheilte nicht so wie sie sollte. Richtig zu ist der Bauch erst Mitte Juli 2012 gewesen.

Ja so war es. Kommen wir zu heute (09.08.2012).

Heute geht es mir sehr gut. Ich habe fast meine ganze Kraft wieder zurück und meistere mein Leben wieder ganz alleine. Aktuell wiege ich 70 Kilo +/-. Mein BMI liegt bei ca.25,7.

Ich nehme keine Medikamente mehr (Blutdruck, Zucker, Hormone, Migräne, Schmerzmittel)
Ich habe mein Leben neu sortiert und jetzt sieht es so aus das ich mein Studium zur Ernährungsberaterin grade absolviere.

An machen Tage tut der Bauch noch sehr weh und wird auch dick aber mir wurde gesagt damit muss ich Leben. 
Der Bypass funktioniert so wie er soll. Ich kann nur kleine Portionen essen und alles vertrage ich auch nicht mehr. Fleisch, Salat, Milchprodukte sind etwas schwierig. Aber man lernt damit zu leben.

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(23.10.2016)

Meine Operation ist jetzt genau 4 Jahre, 2 Monate und 15 Tage her.
Seitdem ist einiges passiert. Erstmal zu den positiven Auswirkungen: Mein Studium zur Ernährungsberaterin habe ich Erfolgreich im Feb. 2013 abgeschlossen.

Seit 2014 Arbeite ich im Team von Dr. Röhrborn als Adipositas-Koordinatorin. Erst auf 15 Stunden in der Woche und mit dem Umzug in das St. Josef Krankenhaus in Hamm wurden meine Stunden auf 30 in der Woche hoch gesetzt (was aber immer noch nicht ausreicht). J

Ich habe es geschafft vom Hartz4 weg zu kommen.
Die Liebe meines Lebens lernte auch kennen. Im Mai 2016 sind wir in eine wunderschöne Wohnung in Drensteinfurt gezogen und er war am 16.09.2016 verrückt genug mich zu Heiraten.
Ich habe meinen Motorradführerschein gemacht und habe mir ein kleines Motorrad zugelegt.

Im Großen und Ganzen haben wir zurzeit ein anstrengendes aber schönes Leben.

Negativ: Meine Gesundheit.
Mit Straffung, Umwandlung des Bypasses & Operationen wegen Komplikationen habe ich jetzt 33 Operationen hinter mir.

Ich kämpfe mit den Folgen der Mangelversorgung mit Vitaminen & Mineralstoffen (Was meine SCHULD ist).

Und mein Freundeskreis hat sich sehr gelichtet. Ob das jetzt unbedingt Negativ ist sei mal dahingestellt.

Ich habe in den letzten Jahren viel an mir gearbeitet und mich sehr verändert. Das hinterlässt Spuren. Und damit kommt nicht jeder klar. Aber es ist Ok.

Abschließend ist zu sagen: Meine Arbeit mache ich aus voller Überzeugung und weil ich jeden Menschen verstehe der den Wunsch hat sein Gewicht in den Griff zu bekommen. Und weil ich sagen kann, dass ich diesen Weg gegangen bin und weiß wie schwer er sein kann aber das am Ende das schöne und positive überwiegen wird.

Wenn ihr Fragen, Anregungen oder Kritik habt, scheut euch nicht mich anzuschreiben.

Ich wünsche euch einen schönen Tag. Und denkt daran niemals aufzugeben. Es gibt immer einen Weg.

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Nicht leicht...

Veröffentlicht am 09.10.2016

Als dicker Mensch hat man es ja so schon nicht leicht, aber manchmal ist es noch schwerer.
Zu meinen Gewichtshöchstszeiten lebten wir in einer Neubausiedlung.

Meine Söhne waren noch recht klein. In der Siedlung und Umgebung lebten Kinder jeder Altersklasse.

Unmittelbar vor unserem Haus gab es einen Spielplatz. Dieser war nicht nur von Kleinkindern gut besucht, sondern auch oft von jugendlichen die sich dort aufhielten. Unter diesen gab es einen Jungen der wohl nie eine Erziehung genoss oder Respekt vor anderen gelernt hat.


So beschloss er mir mein Leben noch schwerer zu machen als es schon war. Jedes Mal wenn er mich sah beschimpfte er mich wüst.

Fetter Panzer, Kuh, Wal oder fette Sau waren noch die harmloseren Ausdrücke für mich.
Natürlich versuchte ich mich zu wehren, es zu ignorieren und ihm aus dem Weg zu gehen. Das schränkte mich aber sehr eine Weile er täglich auf diesem

Spielplatz war. 
Eines Tages kam ich mit meinen Jungs vom Einkaufen wieder. So wie ich die Autotür öffnete gingen die Beschimpfungen los. Ich war an diesem Tag, sagen wir mal, nicht grade bei bester Laune. Außerdem beschimpfte er mich jetzt seit Monaten fast täglich.
Also bin ich, erwachsen wie ich bin, auf ihn losgegangen. Ich habe ihn nicht angefasst. Ich stand direkt vor ihm und habe ihn angebrüllt. Ich weiß nicht mehr was ich alles geschrien habe. Ich war so wütend. 
Und dieser kleine............ sitzt vor mir und GRINST. Er grinst vor sich hin und sagt in einer Arsch Ruhe: los, schlag mich. Dann zeige ich dich an. Dann sehe ich ob du mit deinem fetten Arsch in ein Polizeiauto passt oder ob du zu fett bist und doch hinter laufen musst.

Mir blieb mein Wort im Halse stecken. Hatte er das jetzt wirklich gesagt?
Ich holte aus und wollte ihm sein Gesicht neu dekorieren. Ich war so wütend und fühlte mich so hilflos. Doch in diesem Moment kam mir eine Idee.
Stopp Steffi, mach dich nicht unglücklich.
Ich stellte mich hin, sah ihn an, drehte mich um und ging. Er brüllte mir hinterher wie feige ich bin und und und.
Ich ging in mein Haus, nahm mein Telefon und rief die Polizei. 
Diese erschien auch recht zügig.
Ich sagte den Polizisten was das Problem ist, das dieser Junge seit Wochen seine Spielchen mit mir treibt und das sie mir bitte helfen sollen. 
Die beiden Herren waren sehr nett und sicherten mir zu das sie das klären werden. 
Sie gingen zu ihm. Redeten mit ihm.
Zuerst war er sehr aufmüpfig und laut. Dann wurden die Polizisten etwas lauter. Ich verstand nicht genau was sie sagten es war zu weit weg.
Er wurde leiser. Nach einigen Diskussionen gingen sie zu zum Streifenwagen. Der Junge setzte sich hinten ins Auto und einer der beiden Polizisten setzten sich auf den Beifahrersitz, und nahm das Funkgerät zur Hand.
Der andere Polizist kam auf mich zu. 
Er sagte mir das sie ihn jetzt nach Hause bringen und mit seinen Eltern reden werden. Angeblich ist er unter 14 Jahre, das überprüfen Sie aber nochmal nur wenn es stimmt kann ich ihn nicht anzeigen. Sie melden sich bei mir.
Sprach er und ging zum Auto.
Ein paar Tage vergingen bis ich einen Brief bekam indem mir mitgeteilt wurde das er wirklich erst 13 Jahre alt ist und daher meine Anzeige keinen Sinn macht.
Gut, habe ich verstanden, finde ich trotzdem scheiße das man nichts machen kann. 
Es gibt keinen Weg sich gegen solche pöbelnden Monster zu wehren.
Aber zumindest Trieb er sich nicht mehr unserem Haus rum. Ein kleiner Erfolg.
Wochen später, ich hätte ihn in der Zwischenzeit nicht einmal gesehen, stand er vor unserem Haus als ich von der Arbeit kam.
Drauf gefasst das es keine schöne Begegnung wird ging ich zu ihm.
Er sah irgendwie anders aus. Ich sprach ihn als erstes an: na, hast du dir neue fiese Sachen überlegt. Soll ich jetzt schon die Polizei holen oder dich erst aussprechen lassen?
Er schaute mich an und sagte mir: es tut mir leid. Alles was ich gesagt habe tut mir leid. 
- Ich bin fassungslos, sprachlos und völlig überfahren - 
Außerdem sagte er mir das durch den Besuch der Polizei bei ihm zuhause einiges losgetreten wurde. Er wohnt jetzt in einer Einrichtung und es ist auch gut so. Er wollte sich entschuldigen und bedanken. 
Dann wünschte er mir einen schönen Tag und ging. 
Ich habe ihn nie wiedergesehen.

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Gute und schlechte Menschen

Veröffentlicht am 25.09.2016

Es gibt gute Menschen, es gibt schlechte Menschen.

Ein Erlebnis was mich sehr geprägt, gekränkt und gedemütigt hat hatte ich 2010. 
Trotz meiner 160 Kilo und allem was dazu gehört bin ich bis zur Op immer arbeiten gegangen. 
Dadurch war aber mein Konsum an Schmerzmittel sehr hoch und ich musste mich des Öfteren meinen Ärzten vorstellen.
2010 hatte ich kribbeln und Taubheit im linken Bein und enorme Schmerzen im unteren Rücken. Also stiefelte ich zum Orthopäden. Dieser betreute mich schon einige Jahre.
Ich wusste das er nicht so gut auf Dicke zu sprechen war aber es ist allgemein bekannt das Orthopäden grundsätzlich gegen Adipositas Patienten sind und ich hatte ja schon 20 Kilo abgenommen seit dem ich mit dem Adipositas Programm begonnen hatte. Auch wenn alle Orthopäden dicke nicht mögen brauchte ich Hilfe. Also wählt man den aus der einem noch am kompetentesten erscheint.

Ich also dort hin. Nach einigem warten wurde ich in den Behandlungsraum geführt. 
Der "Arzt" betritt die Bühne, geht ohne ein Wort zu sagen an den PC. Tippt dort was ein, liest, schaut mich an und sagt: Was ist? 
Ich versuche zu erklären was ich habe. Er fällt mir ins Wort und sagt: sie sind nun seit 6 Jahren in meiner Behandlung. Seit 6 Jahren sind sie fett und machen nichts dagegen. Ich werde sie nicht mehr behandeln! Gehen sie! 
Mir ist alles aus dem Gesicht gefallen, ich bekam keine Luft mehr und konnte kaum fassen was er grade gesagt hat. 
Ich war zu diesem Zeitpunkt in der Vorbereitung auf die Magenbypass OP. Durchlief grade alle Stationen um mein Leben zu ändern und an mir zu arbeiten, habe 20 Kilo runter und er sagt mir sowas?! Ich bin Fassungslos!
Nachdem ich meine Fassung zurück hatte waren die Spiele eröffnet. Ich bin hoch gegangen wie ein HB Männchen. 
Ich kann garnicht genau wieder geben was ich oder was der "Arzt" von sich gegeben hat. Ein Wort gab das andere. Es wurde lauter und lauter. Irgendwann fanden wir uns auf dem Flur wieder. Zwischen uns einige seiner Arzthelferinnen. 
Irgendwie viel der Satz: ich hätte ab sofort Hausverbot wegen schlechtem Benehmen. Da brannten bei mir alle Sicherungen durch. Ich wollte ihm an den Kragen. 
Die Polizei wurde gerufen und ich musste das Gebäude verlassen. 
Nachdem dann alles geklärt war fand ich mich in meinem Auto wieder. Ich habe bitterlich geweint. 
Ich musste viele Erniedrigungen über mich ergehen lassen und wurde oft beschimpft und blöd angemacht. 
Aber das von einem erwachsenen Mann, von einem "Arzt" zu hören, das war zuviel. 
Ich weiß das mein Benehmen nicht Ladylike war und eigentlich bin ich so auch nicht. 
Nur ich hatte einen Entschluss gefasst. Ich wollte etwas ändern. Ich habe so gekämpft und dann kommt ein Mensch und macht alles was ich erreicht habe mit einem Satz zu nichte. 
Ich habe mich noch nie so dreckig gefühlt. Dieser Mensch hat keine Ahnung wie sehr er mich getroffen hat und was das mit einem Menschen macht.
Eigentlich hätte ich rechtliche Schritte gegen diesen Menschen einleiten müssen. Aber ich konnte nicht. Diese ganze Situation habe ich lange niemandem erzählt. Ich glaube es war 3-4 Jahre später in der Selbsthilfegruppen. Dort erzählte jemand so ein ähnliches Erlebnis. Da habe ich das erstmal darüber gesprochen.

Eigentlich hatte ich gedacht schlimmer kann dich keiner behandeln. Naja, falsch gedacht. Der Termin beim MDK war gleichwertig. Aber das erzähle ich euch ein anderes mal.

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Die Entscheidung...

Veröffentlicht am 22.09.2016

Sommer 2009. Die Entscheidung mein Leben zu ändern.

Den Anstoß mein Leben zu ändern gab mir meine Frauenärztin. 
Ich war bei ihr um mir die Pille verschreiben zu lassen. Ich hatte einen neuen Freund. Nun brauchte ich etwas für die Verhütung. 
Bei meiner Ärztin ab auf die Waage, 162 Kg, dann auf den Stuhl zur Untersuchung. Danach wieder anziehen und aufs Rezept warten. Ähm, nein. Meine Ärztin wies mir einen Stuhl zu (der mich tragen konnte) setzte sich mit ernsten Blick vor mich und sagte: "Schätzchen, ich kann dir die Pille nicht mehr verschreiben. Du bist zu schwer. Es wäre unverantwortlich von mir. Du kannst eine Thrombose oder sonstige Komplikationen und Nebenwirkungen bekommen die dich dein Leben kosten werden. Ich kann dir die Pille nicht geben." 

Außerdem sagte sie: "Du benötigst dringen Hilfe. Hier gebe ich dir eine Nummer von einem Zentrum die sich mit Adipositas beschäftigen. Bitte geh dort hin." Sprach sie und verließ den Raum.

Ich war so überfahren von ihren Worten das ich die Nummer nahm und ging.

Auf dem Weg nach Hause hatte ich kein Radio an. Ich fuhr einfach stumpf nach Hause. Nachdem ich das Auto geparkt hatte stieg ich nicht aus. Ich blieb sitzen und versuchte zu begreifen was da grade passiert ist. 
Hat diese Ärztin mich Fett genannt? Hat sie mir gesagt das ich Hilfe brauche? Warum sagt sie sowas? Es ist doch alles gut bei mir. Neuen Freund. Kinder sind gesund. Auf der Arbeit läuft alles. Was wagt sie sich. 
Ich stieg aus. Von jetzt auf gleich war ich auf 200! Ich wollte irgendwen anschreien. Oder Überfahren (oder eher gesagt Überrollen). Ich war so sauer. 
Wutentbrannt stiefelte ich in den Hausflur. Bis zu meiner Wohnung lagen 87 Stufen vor mir. 4 Stockwerke.

Ich ging los. Noch 86, 85, 84, 83, 82, 81, 80. Pause! 79, 78, 77, 76 ,75, 74, 73, 72, 71, 70 Pause! 69 – 60, Pause….
Bei jeder Pause merkte ich wie mein Körper mehr schmerzte. Mir blieb die Luft weg. Mein Kopf wurde rot. Ich schwitze. Umso näher ich Stufe Null kam umso verzweifelter wurde ich.

Hatte meine Ärztin recht? Rede ich mir mein Leben nur schön? Wie lange soll es noch so weitergehen? Wie lange wird mein Körper das noch mitmachen?

Oben angekommen setzte ich mich auf den letzten Absatz und weinte. Sie hatte recht. Ich bin am Ende. Und wenn ich nicht an den Nebenwirkungen der Pille sterbe dann an etwas anderem. Ich werde keine 35 Jahre alt, wenn ich so weitermache wie bisher.

Ich muss etwas ändern. Ich muss eine Entscheidung treffen.

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