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Die Entscheidung...

Veröffentlicht am 22.09.2016

Sommer 2009. Die Entscheidung mein Leben zu ändern.

Den Anstoß mein Leben zu ändern gab mir meine Frauenärztin. 
Ich war bei ihr um mir die Pille verschreiben zu lassen. Ich hatte einen neuen Freund. Nun brauchte ich etwas für die Verhütung. 
Bei meiner Ärztin ab auf die Waage, 162 Kg, dann auf den Stuhl zur Untersuchung. Danach wieder anziehen und aufs Rezept warten. Ähm, nein. Meine Ärztin wies mir einen Stuhl zu (der mich tragen konnte) setzte sich mit ernsten Blick vor mich und sagte: "Schätzchen, ich kann dir die Pille nicht mehr verschreiben. Du bist zu schwer. Es wäre unverantwortlich von mir. Du kannst eine Thrombose oder sonstige Komplikationen und Nebenwirkungen bekommen die dich dein Leben kosten werden. Ich kann dir die Pille nicht geben." 

Außerdem sagte sie: "Du benötigst dringen Hilfe. Hier gebe ich dir eine Nummer von einem Zentrum die sich mit Adipositas beschäftigen. Bitte geh dort hin." Sprach sie und verließ den Raum.

Ich war so überfahren von ihren Worten das ich die Nummer nahm und ging.

Auf dem Weg nach Hause hatte ich kein Radio an. Ich fuhr einfach stumpf nach Hause. Nachdem ich das Auto geparkt hatte stieg ich nicht aus. Ich blieb sitzen und versuchte zu begreifen was da grade passiert ist. 
Hat diese Ärztin mich Fett genannt? Hat sie mir gesagt das ich Hilfe brauche? Warum sagt sie sowas? Es ist doch alles gut bei mir. Neuen Freund. Kinder sind gesund. Auf der Arbeit läuft alles. Was wagt sie sich. 
Ich stieg aus. Von jetzt auf gleich war ich auf 200! Ich wollte irgendwen anschreien. Oder Überfahren (oder eher gesagt Überrollen). Ich war so sauer. 
Wutentbrannt stiefelte ich in den Hausflur. Bis zu meiner Wohnung lagen 87 Stufen vor mir. 4 Stockwerke.

Ich ging los. Noch 86, 85, 84, 83, 82, 81, 80. Pause! 79, 78, 77, 76 ,75, 74, 73, 72, 71, 70 Pause! 69 – 60, Pause….
Bei jeder Pause merkte ich wie mein Körper mehr schmerzte. Mir blieb die Luft weg. Mein Kopf wurde rot. Ich schwitze. Umso näher ich Stufe Null kam umso verzweifelter wurde ich.

Hatte meine Ärztin recht? Rede ich mir mein Leben nur schön? Wie lange soll es noch so weitergehen? Wie lange wird mein Körper das noch mitmachen?

Oben angekommen setzte ich mich auf den letzten Absatz und weinte. Sie hatte recht. Ich bin am Ende. Und wenn ich nicht an den Nebenwirkungen der Pille sterbe dann an etwas anderem. Ich werde keine 35 Jahre alt, wenn ich so weitermache wie bisher.

Ich muss etwas ändern. Ich muss eine Entscheidung treffen.

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