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Gute und schlechte Menschen

Veröffentlicht am 25.09.2016

Es gibt gute Menschen, es gibt schlechte Menschen.

Ein Erlebnis was mich sehr geprägt, gekränkt und gedemütigt hat hatte ich 2010. 
Trotz meiner 160 Kilo und allem was dazu gehört bin ich bis zur Op immer arbeiten gegangen. 
Dadurch war aber mein Konsum an Schmerzmittel sehr hoch und ich musste mich des Öfteren meinen Ärzten vorstellen.
2010 hatte ich kribbeln und Taubheit im linken Bein und enorme Schmerzen im unteren Rücken. Also stiefelte ich zum Orthopäden. Dieser betreute mich schon einige Jahre.
Ich wusste das er nicht so gut auf Dicke zu sprechen war aber es ist allgemein bekannt das Orthopäden grundsätzlich gegen Adipositas Patienten sind und ich hatte ja schon 20 Kilo abgenommen seit dem ich mit dem Adipositas Programm begonnen hatte. Auch wenn alle Orthopäden dicke nicht mögen brauchte ich Hilfe. Also wählt man den aus der einem noch am kompetentesten erscheint.

Ich also dort hin. Nach einigem warten wurde ich in den Behandlungsraum geführt. 
Der "Arzt" betritt die Bühne, geht ohne ein Wort zu sagen an den PC. Tippt dort was ein, liest, schaut mich an und sagt: Was ist? 
Ich versuche zu erklären was ich habe. Er fällt mir ins Wort und sagt: sie sind nun seit 6 Jahren in meiner Behandlung. Seit 6 Jahren sind sie fett und machen nichts dagegen. Ich werde sie nicht mehr behandeln! Gehen sie! 
Mir ist alles aus dem Gesicht gefallen, ich bekam keine Luft mehr und konnte kaum fassen was er grade gesagt hat. 
Ich war zu diesem Zeitpunkt in der Vorbereitung auf die Magenbypass OP. Durchlief grade alle Stationen um mein Leben zu ändern und an mir zu arbeiten, habe 20 Kilo runter und er sagt mir sowas?! Ich bin Fassungslos!
Nachdem ich meine Fassung zurück hatte waren die Spiele eröffnet. Ich bin hoch gegangen wie ein HB Männchen. 
Ich kann garnicht genau wieder geben was ich oder was der "Arzt" von sich gegeben hat. Ein Wort gab das andere. Es wurde lauter und lauter. Irgendwann fanden wir uns auf dem Flur wieder. Zwischen uns einige seiner Arzthelferinnen. 
Irgendwie viel der Satz: ich hätte ab sofort Hausverbot wegen schlechtem Benehmen. Da brannten bei mir alle Sicherungen durch. Ich wollte ihm an den Kragen. 
Die Polizei wurde gerufen und ich musste das Gebäude verlassen. 
Nachdem dann alles geklärt war fand ich mich in meinem Auto wieder. Ich habe bitterlich geweint. 
Ich musste viele Erniedrigungen über mich ergehen lassen und wurde oft beschimpft und blöd angemacht. 
Aber das von einem erwachsenen Mann, von einem "Arzt" zu hören, das war zuviel. 
Ich weiß das mein Benehmen nicht Ladylike war und eigentlich bin ich so auch nicht. 
Nur ich hatte einen Entschluss gefasst. Ich wollte etwas ändern. Ich habe so gekämpft und dann kommt ein Mensch und macht alles was ich erreicht habe mit einem Satz zu nichte. 
Ich habe mich noch nie so dreckig gefühlt. Dieser Mensch hat keine Ahnung wie sehr er mich getroffen hat und was das mit einem Menschen macht.
Eigentlich hätte ich rechtliche Schritte gegen diesen Menschen einleiten müssen. Aber ich konnte nicht. Diese ganze Situation habe ich lange niemandem erzählt. Ich glaube es war 3-4 Jahre später in der Selbsthilfegruppen. Dort erzählte jemand so ein ähnliches Erlebnis. Da habe ich das erstmal darüber gesprochen.

Eigentlich hatte ich gedacht schlimmer kann dich keiner behandeln. Naja, falsch gedacht. Der Termin beim MDK war gleichwertig. Aber das erzähle ich euch ein anderes mal.

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