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Mein Leben seit OP...

Veröffentlicht am 23.10.2016

Hallo meine Lieben

Ich entschuldige mich dafür das ich so lange nichts gepostet habe. Es war etwas stressig in den letzten Tagen und gesundheitlich ging es mir nicht so gut. Ich hatte mit einem dreitägigen Migräneanfall zu kämpfen und versuche grade herauszufinden welche Vitamine und Mineralstoffe mich wieder auf die Beine bringen.

Leider wurde in den letzten Wochen immer deutlicher das ich, als Magenbypassoperierte, es nicht ohne Zufuhr von Vitaminen & Mineralstoffen schaffe. Ich hatte immer die Hoffnung das durch meine ausgewogene Ernährung es weitestgehend ohne funktioniert. Das war ein großer Irrtum und diesen versuche ich grade auszubügeln.

Um euch einen genaueren Einblick in mein Leben zu geben und warum alles so ist wie es ist, habe ich meinen Facebook-Beitrag vom 09.08.2012 rausgesucht. Ich hoffe ihr versteht danach warum ich meine Arbeit so sehr liebe und ich genau weiß wie ihr euch fühlt auf dem Weg in ein leichteres Leben.

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(09.08.2012)
Gestern war OP-Jahrestag meines Magenbypasses und zu diesem Anlass hatte ich mir überlegt eigentlich einen vollständigen Bericht über das letzte Jahr zu schreiben. ABER, nein ich werde das nicht tun. Ich werde mich kurz und knapp halten. Das wird schon lang genug. Also LOS GEHT ES !!!

Schon als Kind hatte ich Probleme mit meinem Gewicht und das wurde mit den Jahren immer mehr zum Problem. Ständige Diäten haben dazu geführt das ich Ende 2009 mein Höchstgewicht von 160 Kilo erreicht hatte. Ich bin nur 165 Groß und hatte somit einen BMI von 58,77. An diesem Punkt wurde mir klar, dass es so nicht bleiben kann.

Im Januar 2010 bin ich über meine Frauenärztin zu Dr. Bohle gekommen. Ziemlich schnell hatte ich dann einen Termin beim Team von Dr. Röhrborn im St. Marien-Hospital Hamm. 

Mein Erstgespräch hatte ich mit Dr. Gellenbeck und ich war sehr begeistert von ihm. Dr. Gellenbeck kam ins Sprechzimmer, sah mich an und sagte: Das sie dick sind darüber müssen wir nicht diskutieren, jetzt reden wir darüber wie wir das ändern können. Ich war wirklich sehr glücklich über seine Aussage, weil ich das erste Mal das Gefühl hatte er sieht mich nicht als fette Frau die sich nicht kontrollieren kann, sondern er sieht mich als Menschen mit einem Problem.
Also begann ich das ganze Programm zu durchlaufen.

Im März 2011 zog ich mit meinem Freund und meinen Kindern ist Sauerland. Für mich kam aber nie ein anderes Krankenhaus infrage.

Im Juni 2011 stellte ich den Antrag bei der Krankenkasse. 
Anfang Juli 2011 musste ich zum MDK in Meschede. Das war einer der schlimmsten Tage in meinem Leben. Dieser Arzt dort war alles andere als nett und ich fühlte mich wie ein Stück Fleisch. Als ich dort fertig war habe ich erstmal geweint. Ich war am Ende mit meiner kleinen Welt. Ich war fest davon überzeugt das er niemals einer OP zustimmen wird. Ungefähr zwei Wochen später bekam ich einen Anruf von der Krankenkasse mit der mündlichen zusage. Ich war perplex. Damit hatte ich nicht mehr gerechnet.

Dann ging es sehr schnell. Ich bekam einen OP Termin für den 08.08.2011. Ich dachte ein solches Datum würde mir Glück bringen. Am 07.08.2012 zog ich mit 135 Kg ins Krankenhaus ein.

Hätte ich gewusst wie lange ich bleiben werde, hätte ich mehr Klamotten mitgenommen. 
Die OP verlief schon nicht ganz reibungslos. Ich wurde anstatt angesetzter 3 fast 6 Stunden operiert. Irgendwas war mit meinem Magen nicht in Ordnung was durch die Spiegelung nicht zu sehen war.

Bei dieser OP wurde auch gleich die Fettschürze am Bauch entfernt. Sie wog stolze 7 Kilo.

Da es danach eine Reihe von Komplikationen gab habe ich versucht diese zusammen zu fassen.
Ich war vom 07.08.2011 bis zum 01.02.2012 stationär im Krankenhaus. Es gab immer mal wieder die Versuche mich zuhause zu pflegen. Das klappte aber meist nicht, so das ich nach ein paar Tagen wieder ins KKH kam. 
Zusammengefasst hatte ich in dieser Zeit
- 19 Operationen am Bauch 
- Zwei Meter Darm mussten entfernt werden
- zwei Darmverschlüsse
- zwei Darmspiegelungen 
- ca. 12 Magenspiegelungen
- zahllose Vakuumverbandwechsel unter Narkose 
- zahllose Narkosen für eine Neuanlegung des ZVK´s 
- zwei schwere Bauchinfektionen mit Fieber, Abszessen und was so dazu gehört
- 12 Blutkonserven
- Mehrere Wochen habe ich auf Intensivstation gelegen. Durch das lange liegen musste ich Laufen und Treppensteigen neu lernen.

- fast 10 Monate war mir durchgängig Schlecht

- 12 Monate habe ich immer wieder Erbrochen

Als ich am 01.02.2012 entlassen wurde wog ich grade mal noch 68 Kg und konnte ich mich nicht alleine versorgen. Ich benötigte eine Haushaltshilfe und meine Familie und Freunde haben vieles für mich erlediget. Ich bekam Morphium und musste erstmal einen Entzug machen der nicht angenehm war.

Die Bauchnarbe war so groß, dass sie am 16.04.2012 korrigiert werden musste. Es wurden 2 Kg Narbengewebe und Haut entfernt.

Zu allem Überfluss stellt man in solchen Situationen fest wer wirklich zu einem hält und wer nicht. Mein „Partner“ und eine meiner „Freundinnen“ haben sich ende 2011 dazu entschlossen ihr Leben zusammen zu verbringen. Also musste meine Familie mir zum 01.01.2012 eine Wohnung in Hamm suchen und meine Kinder aus dem Sauerland wieder nach Hamm holen.


Meine Stelle konnte mir auch nicht solange freigehalten werden so dass ich komplett bei null noch mal anfangen musste.
Das erste Mal selber Auto gefahren bin ich im April 2012 wieder.
Die Narbe vom 16.04. verheilte nicht so wie sie sollte. Richtig zu ist der Bauch erst Mitte Juli 2012 gewesen.

Ja so war es. Kommen wir zu heute (09.08.2012).

Heute geht es mir sehr gut. Ich habe fast meine ganze Kraft wieder zurück und meistere mein Leben wieder ganz alleine. Aktuell wiege ich 70 Kilo +/-. Mein BMI liegt bei ca.25,7.

Ich nehme keine Medikamente mehr (Blutdruck, Zucker, Hormone, Migräne, Schmerzmittel)
Ich habe mein Leben neu sortiert und jetzt sieht es so aus das ich mein Studium zur Ernährungsberaterin grade absolviere.

An machen Tage tut der Bauch noch sehr weh und wird auch dick aber mir wurde gesagt damit muss ich Leben. 
Der Bypass funktioniert so wie er soll. Ich kann nur kleine Portionen essen und alles vertrage ich auch nicht mehr. Fleisch, Salat, Milchprodukte sind etwas schwierig. Aber man lernt damit zu leben.

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(23.10.2016)

Meine Operation ist jetzt genau 4 Jahre, 2 Monate und 15 Tage her.
Seitdem ist einiges passiert. Erstmal zu den positiven Auswirkungen: Mein Studium zur Ernährungsberaterin habe ich Erfolgreich im Feb. 2013 abgeschlossen.

Seit 2014 Arbeite ich im Team von Dr. Röhrborn als Adipositas-Koordinatorin. Erst auf 15 Stunden in der Woche und mit dem Umzug in das St. Josef Krankenhaus in Hamm wurden meine Stunden auf 30 in der Woche hoch gesetzt (was aber immer noch nicht ausreicht). J

Ich habe es geschafft vom Hartz4 weg zu kommen.
Die Liebe meines Lebens lernte auch kennen. Im Mai 2016 sind wir in eine wunderschöne Wohnung in Drensteinfurt gezogen und er war am 16.09.2016 verrückt genug mich zu Heiraten.
Ich habe meinen Motorradführerschein gemacht und habe mir ein kleines Motorrad zugelegt.

Im Großen und Ganzen haben wir zurzeit ein anstrengendes aber schönes Leben.

Negativ: Meine Gesundheit.
Mit Straffung, Umwandlung des Bypasses & Operationen wegen Komplikationen habe ich jetzt 33 Operationen hinter mir.

Ich kämpfe mit den Folgen der Mangelversorgung mit Vitaminen & Mineralstoffen (Was meine SCHULD ist).

Und mein Freundeskreis hat sich sehr gelichtet. Ob das jetzt unbedingt Negativ ist sei mal dahingestellt.

Ich habe in den letzten Jahren viel an mir gearbeitet und mich sehr verändert. Das hinterlässt Spuren. Und damit kommt nicht jeder klar. Aber es ist Ok.

Abschließend ist zu sagen: Meine Arbeit mache ich aus voller Überzeugung und weil ich jeden Menschen verstehe der den Wunsch hat sein Gewicht in den Griff zu bekommen. Und weil ich sagen kann, dass ich diesen Weg gegangen bin und weiß wie schwer er sein kann aber das am Ende das schöne und positive überwiegen wird.

Wenn ihr Fragen, Anregungen oder Kritik habt, scheut euch nicht mich anzuschreiben.

Ich wünsche euch einen schönen Tag. Und denkt daran niemals aufzugeben. Es gibt immer einen Weg.

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