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Nicht leicht...

Veröffentlicht am 09.10.2016

Als dicker Mensch hat man es ja so schon nicht leicht, aber manchmal ist es noch schwerer.
Zu meinen Gewichtshöchstszeiten lebten wir in einer Neubausiedlung.

Meine Söhne waren noch recht klein. In der Siedlung und Umgebung lebten Kinder jeder Altersklasse.

Unmittelbar vor unserem Haus gab es einen Spielplatz. Dieser war nicht nur von Kleinkindern gut besucht, sondern auch oft von jugendlichen die sich dort aufhielten. Unter diesen gab es einen Jungen der wohl nie eine Erziehung genoss oder Respekt vor anderen gelernt hat.


So beschloss er mir mein Leben noch schwerer zu machen als es schon war. Jedes Mal wenn er mich sah beschimpfte er mich wüst.

Fetter Panzer, Kuh, Wal oder fette Sau waren noch die harmloseren Ausdrücke für mich.
Natürlich versuchte ich mich zu wehren, es zu ignorieren und ihm aus dem Weg zu gehen. Das schränkte mich aber sehr eine Weile er täglich auf diesem

Spielplatz war. 
Eines Tages kam ich mit meinen Jungs vom Einkaufen wieder. So wie ich die Autotür öffnete gingen die Beschimpfungen los. Ich war an diesem Tag, sagen wir mal, nicht grade bei bester Laune. Außerdem beschimpfte er mich jetzt seit Monaten fast täglich.
Also bin ich, erwachsen wie ich bin, auf ihn losgegangen. Ich habe ihn nicht angefasst. Ich stand direkt vor ihm und habe ihn angebrüllt. Ich weiß nicht mehr was ich alles geschrien habe. Ich war so wütend. 
Und dieser kleine............ sitzt vor mir und GRINST. Er grinst vor sich hin und sagt in einer Arsch Ruhe: los, schlag mich. Dann zeige ich dich an. Dann sehe ich ob du mit deinem fetten Arsch in ein Polizeiauto passt oder ob du zu fett bist und doch hinter laufen musst.

Mir blieb mein Wort im Halse stecken. Hatte er das jetzt wirklich gesagt?
Ich holte aus und wollte ihm sein Gesicht neu dekorieren. Ich war so wütend und fühlte mich so hilflos. Doch in diesem Moment kam mir eine Idee.
Stopp Steffi, mach dich nicht unglücklich.
Ich stellte mich hin, sah ihn an, drehte mich um und ging. Er brüllte mir hinterher wie feige ich bin und und und.
Ich ging in mein Haus, nahm mein Telefon und rief die Polizei. 
Diese erschien auch recht zügig.
Ich sagte den Polizisten was das Problem ist, das dieser Junge seit Wochen seine Spielchen mit mir treibt und das sie mir bitte helfen sollen. 
Die beiden Herren waren sehr nett und sicherten mir zu das sie das klären werden. 
Sie gingen zu ihm. Redeten mit ihm.
Zuerst war er sehr aufmüpfig und laut. Dann wurden die Polizisten etwas lauter. Ich verstand nicht genau was sie sagten es war zu weit weg.
Er wurde leiser. Nach einigen Diskussionen gingen sie zu zum Streifenwagen. Der Junge setzte sich hinten ins Auto und einer der beiden Polizisten setzten sich auf den Beifahrersitz, und nahm das Funkgerät zur Hand.
Der andere Polizist kam auf mich zu. 
Er sagte mir das sie ihn jetzt nach Hause bringen und mit seinen Eltern reden werden. Angeblich ist er unter 14 Jahre, das überprüfen Sie aber nochmal nur wenn es stimmt kann ich ihn nicht anzeigen. Sie melden sich bei mir.
Sprach er und ging zum Auto.
Ein paar Tage vergingen bis ich einen Brief bekam indem mir mitgeteilt wurde das er wirklich erst 13 Jahre alt ist und daher meine Anzeige keinen Sinn macht.
Gut, habe ich verstanden, finde ich trotzdem scheiße das man nichts machen kann. 
Es gibt keinen Weg sich gegen solche pöbelnden Monster zu wehren.
Aber zumindest Trieb er sich nicht mehr unserem Haus rum. Ein kleiner Erfolg.
Wochen später, ich hätte ihn in der Zwischenzeit nicht einmal gesehen, stand er vor unserem Haus als ich von der Arbeit kam.
Drauf gefasst das es keine schöne Begegnung wird ging ich zu ihm.
Er sah irgendwie anders aus. Ich sprach ihn als erstes an: na, hast du dir neue fiese Sachen überlegt. Soll ich jetzt schon die Polizei holen oder dich erst aussprechen lassen?
Er schaute mich an und sagte mir: es tut mir leid. Alles was ich gesagt habe tut mir leid. 
- Ich bin fassungslos, sprachlos und völlig überfahren - 
Außerdem sagte er mir das durch den Besuch der Polizei bei ihm zuhause einiges losgetreten wurde. Er wohnt jetzt in einer Einrichtung und es ist auch gut so. Er wollte sich entschuldigen und bedanken. 
Dann wünschte er mir einen schönen Tag und ging. 
Ich habe ihn nie wiedergesehen.

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